Die Bertha-von-Suttner-Schule im Spiegel der Presse
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Mittwoch, 18.04.2007
Jugendliche liefern sich eine Poeten-Schlacht
"Er bringt Sch¸lern das Dichten bei"
"Arbeit, Arbeit, Arbeit!" Immer wieder schreit Dirk H¸lstrunk dasselbe Wort ins Mikrofon. Verwirrt, belustigt,
aber vor allem interessiert wird er beobachtet. Manche Zuschauer drehen sich entsetzt um und gehen weg, andere lachen,
doch die Groþzahl bleibt, spendet Applaus, als er die B¸hne verl”sst.
Akrobat der Worte: Wenn Dirk H¸lstrunk seine Poesie-Kunst zum Besten gibt, sprechen die H”nde mit.
Der Slammer war zu Besuch bei den Suttner-Sch¸lern. Foto: mja
H¸lstrunk ist Poet. Seit mehr als 20 Jahren verdient er sein Geld mit der Dichtkunst. Dennoch ist der heutige Auftritt
f¸r ihn alles andere als allt”glich. Seine Zuschauer n”mlich sind ausnahmslos Sch¸ler. In der Aula der
Bertha-von-Suttner-Schule stellt er sein neues Projekt vor: ein Seminar zum Thema "Poetry Slam".
"Ein solcher Slam ist ein Wettkampf auf der B¸hne", erkl”rt er. "Poeten tragen eigene Texte vor,
anschlieþend bewertet das Publikum, wie gut die Darbietung war." Das Konzept ist einfach: Wer den meisten Applaus bekommt,
gewinnt.
Solche Poesie-Wettk”mpfe gibt es in Deutschland schon l”nger. Neu ist allerdings die Idee, an einer Schule daf¸r
werben und entsprechende Kurse anzubieten. Bisher liegt der Altersdurchschnitt der Poetry-Slamer zwischen 20 und 30.
Umso wichtiger sei es, auch die J¸ngeren endlich f¸r das Slamen zu begeistern, findet Max Reister,
Schulsozialarbeiter an der Bertha-von-Suttner-Schule.
Er hatte sich gemeinsam mit Jugendpfleger Harald Herdegen f¸r die Idee des Slam-Seminars eingesetzt.
"Die Jugendlichen lernen, mit der eigenen Sprache zu arbeiten und die Kritik anderer auszuhalten",
erkl”rt Reister den Sinn des Projekts.
In einem dreiteiligen Kurs machen die Sch¸ler Schreib- und Sprech¸bungen, lernen mit einem Mikrofon umzugehen
und sich auf der B¸hne zu pr”sentieren. Auch H¸lstrunk ist von der p”dagogischen Wirkung seines Seminars ¸berzeugt:
"Das ganze hat zwei Seiten. Man kann an Jugendliche herankommen, die sich eigentlich nicht f¸r Literatur
interessieren und zugleich das soziale Verhalten st”rken." Denn die "Slamily", wie er die Gemeinschaft der
Poetry Slamer bezeichnet, bildeten eine starke solidarische Gruppe und g”ben den Jugendlichen auf diese Weise R¸ckhalt.
Er spricht aus Erfahrung. Vor einiger Zeit gab H¸lstrunk einen Poetry-Slam-Kurs an einer Frankfurter Berufsschule.
"Das hat gut funktioniert, auch wenn der Anfang schwer war. Die Hemmschwelle, sich vor anderen auf die B¸hne zu stellen,
war bei den Sch¸lern sehr hoch", erinnert sich H¸lstr¸nk. "Aber gerade junge Dichter entwickeln sich schnell",
stellt er fest und erinnert sich an Jugendliche, die innerhalb eines Jahres zu wahren Poeten heranreiften.
Auch in der Suttner-Schule scheint Potenzial vorhanden zu sein. "Ich schreibe selbst auch Gedichte",
berichtet die 15-j”hrige Sabrina Schluckebier. "Ich hab schon ein ganzes Buch vollgeschrieben.
Da k–nnte ich mir auch gut vorstellen, bei solch einem Kurs mitzumachen." (sda)