Mi. 18. Dezember, 16-17 Uhr, Knallfabet &
Mi. 1. Januar, 16-17 Uhr, Knallfabet
Neue Poetry Slam Bücher
Obwohl Poetry Slam sich vor allem durch die Live-Atmosphäre
auszeichnet, gibt es mittlerweile mehr und mehr Anthologien zu
dem Thema. Auch haben einige Slam-Autoren mittlerweile Bücher
publiziert. Neben der aktuellen Slam Anthologie Planet
Slam stellen wir auch Neuerscheinungen, u.a. des Münchener
Kultautors Jaromir Konceny und Ralf Schlatters aus Zürich vor.
Ebenso im Studio Jürgen Wolfstädter vom Offenbacher Kunstraum
mit dem wir uns über das Thema Performance unterhalten
(www.offenbacher-kunstraum.de)
| Mi. 3. Dezember 16-17 Uhr Thema Design, Gast: Thomas Feicht, Sprecher des Deutschen Designer Clubs DDC, Infos: www.ddc.de |
Mi. 6. November, 16-17 Uhr
Thema: Design, Gast: Tassilo von Grolman, Infos: www.tassilo-von-grolman.de
Mi. 16. Oktober, 16-17 Uhr
Poetry Slam Special
Berichte vom ersten Limburger Poetry Slam, dem German International Poetry Slam in Bern und dem Poetry Slam Buchmessen Wochenende im BCN-Cafe. Texte, Musik und Interviews von Dwayne Morgan, Lasse Samström, Svetlana Jovanovic, Ralf Schlatter. Weitere Infos: www.slam.bcn-cafe.de
Mi.3. Juli, 16-17 Uhr
Neue Bücher und Texte der Hamburger Künstlerin und Schriftstellerin Gabi Schaffner und des Jazzpoeten Chris Brown (German Gedichte, Abera Verlag, 2002). Gast im Studio: Petra Seynsthal, die in Frankfurt die Lesungsreihe Dichter Dran veranstaltet.
Mi.17. Juli, 16-17 Uhr
Gast im Studio: Hadyatullah Hübsch, Beatveteran und Islamexperte wird sein neues Buch vorstellen.
Mi. 5. Juni, 16-17 Uhr, Knallfabet
Krankheit und Literatur III
Morbus Parkinson gehört zu den eher unbekannten und rätselhaften Krankheiten. Der hessische Übersetzer und Autor Wigand Lange ist selbst Betroffener. Mit seinem jüngsten Buch "Mein Freund Parkinson" versucht er sich mit dieser bis heute unheilbaren Krankheit auseinanderzusetzen. Wir interessieren uns natürlich auch dafür, wie Parkinson das Schreiben beeinflußt
Mi. 19. Juni 16-17 Uhr, Knallfabet
Darmstadt Slam Fieber
Der Darmstädter Dichterschlacht ist der Senkrechtstarter unter den deutschen Slams. Innerhalb kürzester Zeit hat es Organisator Oli Gausmann geschafft das Ereignis in der Centralstation zum vermutlich größten Slam in Deutschland zu machen. Gast im Studio ist neben dem Oli Gaussmann, Slammer und Moderator Alex Dreppec.
Mi..3. Apr., 16-17 Uhr, Knallfabet
Gast: Oliver Bopp, Ariel Verlag
Der Ariel Verlag ist seit vielen Jahren eine der konstanten Grössen der deutschsprachigen Szene- und Underground-Literatur. Lange Zeit war das in diesem Verlag erscheinende Magazin "Cocksucker" das professionellste der Underground-Magazine. Herausgeber und Autor Oliver Bopp ist einer der engagiertesten Vertreter der "Social Beat"-Literatur. Heute propagiert er aber auch Slam-Autoren wie den Münchner Jaromir Konecny oder Tracy Splinter.
Mi. 17. Apr., 16-17 h, KNALLFABET:
Das Verschwinden des Autors
"Das Verschwinden des Autors" ist der Titel einer neuen Anthologie des hessischen Schriftstellerverbandes. Manche m\'f6gen darauf gewartet haben, manche m\'f6gen es bef\'fc rchtet haben. Wird es nun endlich Wirklichkeit? Verschwinden Autoren einfach so aus der Wirklichkeit? Vielleicht verschwinden sie auch in der "Virtuellen Realität". Mehr dazu werden die Herausgeber der Multimedia-Anthologie Elmar Podlech, Horst Senger und Wigand Lange erzählen. Infos und ein Hypertextobjekt unter www.das-verschwinden.de
Februar:
Buchbesprechungen u. diverses. Johannes Ullmaier, Von Acid nach Adlon und zurück. Eine Reise durch die deutschsprachige Popliteratur, Ventilverlag, Mainz, 2001 Bereits auf der vergangenen Buchmesse erschienen ist Ullmaiers Buch bereits auf dem Weg ein Standardwerk zur deutschen Popliteratur der letzten 30 Jahre zu werden. Ursprünglich aus einer Radiosendung entstanden ist die Sprache daher glücklicherweise relativ griffig und wenig poststrukturalistisch, postmodern diskursiv dialektisch verquast wie es sonst gelegentlich bei den Büchern der Testcard-Reihe der Fall ist. Ein poppiges Outfit, ein schmaler Basistext auf den Innenseiten wird ergänzt von einer Flut von Bildern und Zitaten und Kommentaren an den Seitenrändern und garniert natürlich mit der heute obligatorischen CD. Ausgehend von dem gegenwrtigen Hype um Autoren wie Stuckrad-Barre, Christian Kracht, Alexa Henning von Lange, Benjamin Lebert versucht Ullmaier einen Bogen zu schlagen zur ersten Generation der Popliteraten in den 60er Jahren, damals als Popliteratur noch Beat-Literatur hiess und Pop eine Bewegung gegen das Establishment war. Auf den ersten Blick gibt es keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen Autoren wie Rolf Dieter Brinkmann und Stuckrad-Barre und Lebert. Auf der einen Seite die medieninzestuösen, seichten oberflächlichen Hochglanzmagazin opportunistischen Selbstinszenierer aus dem Hotel Adlon. Auf der anderen Seite die vehementen Systemkritiker, die experimentellen von Ginsberg und Burroughs beeinflussten psychedelischen Freeform und Cut-up Autoren wie Brinkmann, Ploog, Hübsch. Nach der harschen Gegenüberstellung dieser grundverschiedenen Szenen erlaubt der Blick in die Entwicklung der 80er Punk beeinflussten Jahre und der 90er Social Beat und Slam Jahre einige Differenzierungen und man erkennt, wie vielsträngig Pop geworden ist. Bis heute gibt es Pop nicht nur als von der Industrie vereinnahmte Massenkultur sondern auch als systemkritischen Underground. So gelingt es Ullmaier Popautoren als Zeugen gegen Popautoren auftreten zu lassen und quasi in gute und schlechte Popliteratur zu teilen. Gut sind alle kritischen Autoren, Brinkmann ist natürlich heilig, Die ältere Popfraktion Wiglaf Droste, Franz Dobler, Thomas Kapielski schlägt gerne auf die unkritische Jugend ein. Doch gegen die bereits kanonisierte Beat und Popliteratur aus den 60er bis 80er Jahren fällt kein kritisches Wort. Das muss die heile Welt der Popliteratur gewesen sein. Doch Ullmaier selbst Oberflächlichkeit vorzuwerfen trifft nicht ganz. Natürlich ist der Überblick hier ein grober und die inhaltliche Kritik nur vage fundiert. Aber für eine jüngere Generation sicher ein guter Einstieg. Schade ist die sehr verkürzte Auseinandersetzung mit dem Slamphänomen, das auf ein Nebengleis zur etablierten Szene gestellt wird, weil der Konkurrenzdruck das Ratrace eben dieser Szene wiederspiegele. Lobenswert ist jedoch der ausführliche bibliographische Teil, ca. 40 Seiten
Dieses Ufer ist rascher als ein Fluss & Neue Nachrichten vom gemeinsamen Herd, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, edition ch, Wien 1999 und 2001.
Lange schon war mir die quasi symbiotische Beziehung des Fröhlichen Wohnzimmer Duos Kilic und Widhalm ein Rätsel. Ein seltsam ungleiches Paar, offenbar mit Vorliebe für obskure Sexualpraktiken, Herausgeber der Zeitschrift das Fröhliche Wohnzimmer, Gründer der Band das Fröhliche Wohnzimmer, Filmautoren, Buchautoren, Underground, Mailart, offizielle Vertreter Österreichs usw.Und das alles fast immer gemeinsam. Es ist kein klarer Trennungsstrich zwischen diesen beiden Personen zu ziehen, auch als Künstler und Autoren nicht. Zahlreiche gemeinsame Projekte haben auch einen symbiotischen Stil entstehen lassen. Und nun die offizielle Autobiographie, bisher in zwei Bänden, die sicher weitergeschrieben werden. Keine Biographie im herkömmlichen Sinne, dazu sind die beiden zu sehr experimentelle Autoren. Eine experimentelle Biographie also oder eine fiktive Biographie. In zumeist kürzesten Kapiteln springen die Autoren, die sich zur Fiktionalisierung die Namen Naz und Jana gegeben haben quer durch Vergangenheit und Gegenwart, kommentieren, korrigieren sich, manchmal in alternativen Kapitelentwürfen, manchmal in Fussnoten und pflegen dabei ihre gänzlich eigene gelegentlich etwas holpernde Sprache. Es ist ein wenig, als ob man über Stock und Stein wandern würde. Doch trotz aller literarischer Verfremdungs-Tricks ist es ein sehr persönliches Buch, in dem die Autoren ihre Beziehung, ihre Krisen und Verwerfungen, ihre Hypochondrien, ihre Krankheiten und Sexualpraktiken und Geschlechtsverwirrungen mit einer Offenheit ausbreiten, das einem manchmal der Atem stockt. Und nicht zu letzt ist diese seltsame Autobiographie ein Werk über Identitätsfindung und Verwirrung in diesen Zeiten. Es ist so banal wie tragisch, gelegentlich traurig, melancholisch aber häufiger doch heiter bis lustig. Doch aufgepasst, dieses Buch ist garantiert nicht jugendfrei.
DAS VERSCHWINDEN DES AUTORS. Eine literarische Anthologie. Hrs. Wigand Lange, Elmar Podlech, Horst Senger.2001, Ursprünglich für das Jahr 2000 geplant, sollte dieses Projekt des hessischen Schriftstellerverbandes VS dann zur Buchmesse 2001 erscheinen und ist immerhin ab jetzt im Handel erhältlich. Eigentlich fast sympatisch dass trotz der immensen Beschleunigung fast aller Dinge Buchprojekte ihre Zeit brauchen. Doch dieses Buch ist mehr als ein Buchprojekt. Der VS, die von Böll, Grass und Walser gegründete Autorengewerkschaft, die gelegentlich als etwas verschnarcht gilt, wollte diesmal auf der Höhe der Zeit sein und hat Autoren aufgefordert, sich unter dem etwas übertriebenen Titel Gedanken zur Lage des Autors in der Mediengesellschaft zu machen. Gerade bei Buchautoren sind naturgemäss die Ängste vor einer möglichen Verdrängung durch die Neuen Medien am grössten. Die Herausgeber haben versucht dem Thema durch eine Mischung aus literarischen Texten und Essays gerecht zu werden. Natürlich ist es wiederum etwas absurd ein Buch über die Neuen Medien zu machen und daher gibt es auch eine Webseite http://www.das-verschwinden.de, auf der man mit bestimmten Textteilen spielen kann. Immerhin hat die Thematik dazu geführt, dass die gefürchteten FeldWald und Wiesen Poeten des VS diesmal aussen vor geblieben sind. Die versammelten Autoren sind allesamt namhafte und interessante Autoren. Vom ehemaligen Bundesvorsitzenden Horst Bingel über Peter O. Chotjewitz, Alban Nikolai Herbst, Frank Witzel, Uve Schmidt, Berthold Dirnfellner und viele andere. In manchen Fällen führt jedoch auch bei guten Autoren die Unsicherheit über die Sache selbst zu sehr schwankenden Ergebnissen. Am wenigsten ergiebig die Mischungen aus Poesie und Essay. Frank Witzel verbreitet sich über viele Seiten mit wohlformulierten Rundumschlägen gegen die moderne Welt und Neoliberalismus, ebenso der kürzlich verstorbene Klaus F. Schmidt-Macon. Von den essayistischen Texte sind am substanziellsten die Beiträge von Dieter Kramer, der lange Zeit im Kulturdezernat von Frankfurt und als Assistent von Hilmar Hoffman tätig war. Er setzt sich insbesondere mit den Urheberrechtlichen Folgen der Neuen Medien auseinander, eine in der Tat komplizierte Materie. Interessant und Kenntnisreich auch die 11 Sätze zur Literatur im Internet von Stefan Monhart. Insgesamt stehen die Texte den neuen Entwicklungen ässerst kritisch Gegenüber. Ein offenes Bekenntnis zu den Chancen der neuen Medien fehlt leider. Einige interessante Kurzgeschichten und Gedichte mit Tendenz zur satirischen Science-Fiction lockern das Ganze auf. Darunter ein kleines Highlight von Hadayatullah Hübsch über die Auflösung des Ichs im Computer. Anthologien sind naturgemäss immer durchwachsen, doch man kann nur hoffen, dass diese Anthologie ein Anreiz ist, sich weiter mit der Thematik zu beschätigen.